Rosie`s - forever in love


Am Rande der Wassersportmesse BOOT in Düsseldorf trafen sich einige der Autoren der Sparte Wassersport und Abenteuer auf Einladung des Verlags Delius-Klasing in der Szene-Kneipe Rosie`s - forever in love. Diese Treffen sind in den letzten Jahren zu einer kleinen Tradition geworden und obwohl ich regelmäßig eingeladen wurde, konnte ich mich nie aufraffen. Dieses Jahr sagte ich zu und fuhr mit Maria die knapp dreihundert Kilometer Richtung Süden.
Natürlich haben wir Autoren uns gegenseitig gelesen, natürlich kennen wir unsere Bücher. Wir haben uns über viele Jahre gegenseitig inspiriert, Mut gemacht und voneinander gelernt. Aber es ist schon etwas anderes, wenn man sich irgendwann einmal persönlich trifft. Nathalie Müller und Michael Wnuk zum Beispiel sind im Jahre 2001 mit ihrer Iron Lady aufgebrochen, um die Welt zu umrunden. Sie waren es, die mich damals zu dem online-Blog wirhauenab.de inspirierten, der täglich - auch von hoher See - von einer Weltumsegelung berichten sollte. Ich hatte bislang nie die Gelegenheit mich persönlich bei den beiden für diese Idee zu bedanken. Michael war zwar nicht anwesend, aber Nathalie hat sich sehr gefreut und gibt meinen Dank auch an ihn weiter. 
Wir trafen auch Leon Schulz, der über einen Sabbatical auf See ein Buch schrieb. Er lebt mit seiner Familie auf der wunderschönen Mittelmeerinsel Malta und gab uns Tipps für gute Liegeplätze.
An diesem Tag im Rosie`s traf ich auch das erste Mal meine Lektorin persönlich. Na klar, sie erkannte mich von den Fotos aber ich hatte nur eine Stimme am Telefon und den Mail-Verkehr. Ob Maria mich denn begleiten könne, fragte ich vorab. Na klar, so die Antwort. Schließlich gehe man davon aus, dass sie die Co-Autorin meines neuen Buches wird. Einen "Letter of Intent", eine Art Absichtserklärung für das Publizieren eines neuen Buches hatte ich zwar bereits im Vorfeld dieses Treffens vom Verlag erhalten. Dass damit aber schon konkrete Vorstellungen seitens des Verlages bestanden, war mir nicht klar.

Auf dem Nachhauseweg hatte ich Zeit, über das Treffen nachzudenken und war ein bisschen enttäuscht: Die waren ja alle ganz normal! Wer hätte das gedacht? Dann hätte ich ja schon früher mal hinfahren können.

Heute Morgen in Oldenburg. In der Hauptstadt der Lehramtstudierenden und Beamten: Minus 10 Grad Celsius
Heute Morgen in Nuuk. In der Hauptstadt der größten Insel der Welt: Minus 7 Grad Celsius.
Da könnte man sich ja wieder über Erderwärmung usw. echauffieren, aber mal ehrlich: ich habe noch von keinen selbsternannten, endzeitprophezeienden  Klimaexperten gehört, der im Winter halbnackt und schwitzend über einen grönländischen Gletscher jenseits des Polarkreises lief um sich im Nachbardorf kühlendes Stangeneis und eine Creme gegen Hitzepickel zu bestellen. Sooo warm kann es dann ja wohl nicht sein, oder? Da kannst du schwarz sehen wie du willst, minus 7 Grad ist immer noch saukalt, also immer schön die Kirche im Dorf lassen.

Man hat immer irgendetwas, was einem in bestimmten Lebensabschnitten mehr Raum im Kopf einnimmt, als andere Dinge. Mittlerweile bin ich, was das Segeln betrifft, on fire. Die Crux ist nur, dass an der Kairos kaum mehr was zu tun ist. Die Flüge nach Kos/Griechenland sind für Mitte Juni gebucht, die Versicherungspolice zugesendet. Revierführer und Seekarten sind noch von den Vorbesitzern an Bord. Klamotten warten seit Jahren im Keller auf ihren Einsatz. Jetzt bleibt nur noch ein, zwei Ersatzteile zu bestellen, von denen ich weiß, dass sie auf der Kairos ausgetauscht werden müssen. MIR IST LANGWEILIG! Ich will schrauben, sägen, hämmern. Ich will Kataloge wälzen, mich erkundigen, lernen und Geld ausgeben. Darf ich das tun, bitte?
Zwei Wochen noch, dann fahren Maria und ich zu ihrem Schiffchen nach Hooksiel und toben uns aus. Zwischenzeitlich waren wir dort und haben ihr Baby gewickelt. Jetzt wird es nicht mehr nass.


Verhüllungskunstwerk an der winterlichen Nordsee. Besser spät, als nie. 

Rätsel: Wenn wir im nächsten Jahr starten, befinden sich auf zwei Schiffen fünf Personen mit insgesamt acht gültigen Reisepässen. Aber wenn morgen Bundestagswahl wäre, dürfte nur eine von diesen fünf Personen einen Stimmzettel abgeben. Warum ist das so?

Haus: Verkaufen oder Vermieten? Laden: Schließen, vermieten oder mit Geschäftsführer/in weiter betreiben? Grundsätzlich bin ich fürs Verkaufen. Vorteile: Man hat keinen Klotz am Bein, man ist frei und unabhängig.  - aber, ob das klug ist? Nachteile: Man frisst unterwegs sein Haus auf. Man muss Miete zahlen, wenn man zurück kommt (wenn man zurück kommt). Man bekommt später wegen der gestiegenen Preise kein vergleichbares neues Haus.
  "Darf ich dich mal etwas Persönliches fragen?"
  "Klar, nur zu!"
Ich kenne meinen Steuerberater schon seit... ich glaube es sind dreißig Jahre (kann das sein?)
  "Vermieten oder verkaufen, was würdest du an unserer Stelle machen?"
  "Wirf mir doch mal ein paar Zahlen rüber: erhoffte Mieteinnahmen, geschätzter Verkaufspreis usw."
Im Telefon hörte ich die Tasten vom Taschenrechner und sein Gemurmel.
  "Jährliche Mieteinnahmen geteilt durch erhofften Verkaufspreis multipliziert mit einhundert, ist gleich ungefähr genau acht Prozent. Wo bekommt man das sonst? Ihr vermietet. Hast du sonst noch Fragen, wie geht's den Kindern?"

Was sich beim Haus quasi von selbst entscheidet ist beim Laden nicht ganz so einfach. Auch diesen können wir weitervermieten, aber es ist nicht ganz so einfach, jemand passenden zu finden, dem oder der wir vertrauen können. Wir arbeiten dran.

Kassensturz: In der privaten Bilanz steht links auf der Aktivaseite unter I. Anlagevermögen/Fahrzeuge ein VW Multivan TDI, den wir vor ziemlich genau zwei Jahren kauften. Wir entschieden uns für einen Diesel, weil der so schon sparsam ist und mit seinem geringen Emissionen die Umwelt nicht so sehr belastet. Nach dem Auffliegen der kriminellen Machenschaften der Autohersteller und nachdem Dieselfahrverbote von einem deutschen Gericht als für grundsätzlich möglich erachtet werden, drängen sich uns folgende Fragen auf: 1. Wechselt das Fahrzeug wegen dem Wertverlust jetzt von der Aktiva auf die Passiva-Seite? 2. In welchem Land können wir ein Auto verkaufen, das ohne das Additiv AdBlue nicht einmal mehr den Motor startet? (wobei der Planet jedoch immer der derselbe bleibt) Und 3. Woran kann es nur liegen, dass wir jetzt das Gefühl haben, betrogen worden zu sein? Wir stellen diese Fragen hier einfach mal öffentlich, weil es auf der Website von VW dazu keine Antworten gibt. Aber ich bin felsenfest davon überzeugt, dass daran fieberhaft gearbeitet wird. Dafür schon einmal vielen lieben Dank im voraus, VW.

In meiner Goldschmiede kann der Kunde auf meinen Computermonitor schauen. Gerade gab ich für eine Segelautoren-Recherche bei Google den Begriff "richtig anlegen" ein, klickte auf Bilder und Enter als die Tür aufging und sich ein Kunde zu mir setzte. Als er wieder ging, sah ich auf den Monitor. Hier ist das Ergebnis der Suche: klick  Peinlich? Geht so. Auf einem der Fotos steht der Text: "Das korrekte Anlegen - ihr Baby weiß, wie`es geht!" Da bin ich aber froh, dass wir Olivchen mit an Bord haben.


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